Neue Einsichten/Aussichten

27.01.2015

Neue Einsichten/Aussichten
Die Preisentwicklungen auf dem Immobilienmarkt ergeben sich aus dem Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Insbesondere beeinflussen die Konjunktur, das Zinsniveau und das Bevölkerungswachstum die Nachfrage nach Immobilien.

Derzeit kostet ein durchschnittliches Eigenheim in der Schweiz 850’000 Franken. Dieser Preis liegt ?70 Prozent höher als noch im Jahr 2000, als es für rund 500’000 Franken zu kaufen war. Das Durchschnittseinkommen stieg in diesen 15 Jahren jedoch lediglich um 20 Prozent an; die finanzielle Tragbarkeit eines Eigenheims hat sich also deutlich verschlechtert. Heute liegen die Realpreise fast auf demselben Niveau wie zu Beginn der Neunzigerjahre, als die Immobilienblase platzte. Die spekulative Komponente spielte damals jedoch viel stärker mit als heute. Bei der jetzigen Situation lassen sich zwei Drittel der Preissteigerungen mit fundamentalen Komponenten erklären. Die Ausgangslage scheint also diesmal eine ganz andere zu sein.

So schien es zumindest, bevor die SNB beschloss, den Euro-Mindestkurs aufzuheben. Aufgrund der niedrigen Zinssätze könnte es nun zu einem Anstieg der Immobilienspekulation kommen, zumal die Hypothekarzinsen ihrerseits nicht steigen, sondern eher noch sinken werden (gemäss Avenir Suisse). Viele waren von der Massnahme der SNB total überrascht. Andere überraschte nicht die Entscheidung an sich, sondern deren Zeitpunkt – bei der Einführung des Euro-Mindestkurses war nämlich bereits angekündigt worden, dass es sich dabei um eine zeitlich beschränkte Massnahme handle.

«Falls die Schweiz in eine Rezession abgleitet, würde sich dies auch auf den Immobilienmarkt auswirken und zum Abbau von Ungleichgewichten führen», so Claudio Saputelli, UBS-Chefanalyst für Immobilien. Im Video-Interview mit der Handelszeitung erklärt er, warum der Schweizer Eigenheimmarkt abkühlt und wie sich der Wegfall des Mindestkurses auf den Immobilienmarkt auswirken kann.

Ansonsten finden Sie hier die letzten Publikationen des Bundesamts für Statistik BFS im Zusammenhang mit den Gebäuden und Wohnungsstatistiken.

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